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Phase 50: Januar bis März 2012

Das Jahr ist gerade mal 13 Tage jung, da wird in Sri Lanka schon wieder gefeiert. Die Sonne und ihre lebensspendende Kraft steht im Mittelpunkt der Feiern von Thai Pongal. Das Bubenheim auf Hill Top, umgeben von Teeplantagen, bekommt an diesem Tag immer wieder Besuch von farbenprächtigen Gruppen, die singend und trommelnd von Dorf zu Dorf, von Haus zu Haus ziehen.
Die ganze Nacht über wurde das Kinderdorf geschmückt und süßer Reis gekocht. Mit dem Aufgang der Sonne versammelt sich die gesamte Little Smile Familie zu einem morgendlichen Festmahl.
Mehr und mehr Organisationen und Institutionen haben den besonderen Reiz des Bildungszentrums im Kinderdorf entdeckt und halten hier Seminare ab. Ob Buddhisten, Hindus oder Christen, ob Naturschutz, soziale Verantwortung oder traditionelles Wissen im Mittelpunkt der Schulungen stehen, in Einem sind sich Alle einig: Hier herrscht eine ganz besondere Atmosphäre, die Lehren und Lernen mit Schönheit und Ästhetik verbinden.
Es ist ganz und gar nicht einfach, Betreuerinnen zu finden, die mit Verstand und ihrem ganzen Herzen den Kindern die Hand reichen. Im Jahr 2011 sind von 34 Frauen, die in Mahagedara die Arbeit für und mit Kindern begonnen haben, nur zwei geblieben und eine davon, Shiani, verlässt uns im Januar. Ohne Liebe geht es in Little Smile nicht!
Alles was beginnt, hat irgendwann ein Ende. Wenn das aber kommt, dann tut es oft sehr weh! Shrima, seit mehr als zehn Jahren Teil von Little Smile, kommt von ihren freien Tagen nicht zurück. Erst Wochen später erscheint sie im Kinderdorf, um ihre Sachen abzuholen. Als Kind, als Lehrling und dann als Lehrerin in der Nähschule war sie aus Little Smile nicht wegzudenken. Nun aber hat sie einen Mann gefunden und der will nicht, dass sie hier bleibt. Und so geht sie und uns bleibt nur die Erinnerung.
Es gab eine Zeit, da war die ganze Region um Koslanda eine riesige Teeplantage. Als 1948 mit der Unabhängigkeit die Engländer Sri Lanka verließen und in der Folge viele tamilische Arbeiter nach Indien zurückkehrten, holte sich die Natur viele der Felder zurück. 65 Jahre später beginnen wir in Hill Top wieder mit dem Anbau von Tee und geben so besonders den alten Teepflückerinnen die Möglichkeit etwas zu verdienen und der bitteren Armut zu entkommen.
Schönheit ist verdammt relativ und vom Zeitgeschmack abhängig. Und während man in Deutschland selbst das Hautkrebsrisiko nicht scheut, um braun zu sein, pudern sich viele der Mädchen auch in Little Smile das Gesicht, je heller umso schöner, weil weiß eben beautiful ist. Die 13jährige Durga ist davon jedenfalls überzeugt.
Fragt man die Mädchen, was sie mal werden wollen antwortet jede zweite "Lehrerin". Und die Jungs? Die wollen natürlich fast alle Driver werden und dieser Berufswunsch scheint ihnen irgendwie schon mit in die Wiege gelegt worden zu sein. Buddhika jedenfalls konnte noch nicht richtig laufen, da wollte er schon hinter das Lenkrad unseres Lastwagens.
Die Freude war groß, als unsere Hundedame Shiny ihr erstes Baby bekam. Und als Chamilla am Morgen Mutter und Kind besuchen wollte, rührte sich das Baby nicht mehr. Schnell brachte die 12jährige das Kleine hoch zum Mainhaus, aber in diesem Fall konnte auch der Lokuthatha nicht mehr helfen. In ihrer Unerfahrenheit hatte die junge Hundemutter dem Baby das Genick gebrochen.
Und wieder einmal war Annkathrin Blank in Little Smile und irgendwie war es fast so, als sein sie nie richtig weg gewesen. Zum fünften Mal brachte die junge Deutsche all ihre Energie, ihr Wissen und die Erfahrung aus fast zwei Jahren Arbeit in Little Smile da ein, wo sie gerade gebraucht wurde. Ostern feierte die Studentin für Latein und Religion in ganz besonderer Weise mit Kindern aus drei Religionen.
Und wenn das Haus sauber und die Wäsche geschafft ist und noch ein wenig Zeit übrig ist, bevor die Glocke wieder zum Studieren läutet, dann wird oft schnell noch mal gezockt. Derzeit im Kinderdorf besonders beliebt: Romme.
Übung macht bekanntlich den Meister und wenn es keinen gibt, dann muss man eben selber einer werden. Einen vernünftigen Plan zeichnen, den dann auch noch lesen und umsetzen können, ist die ganz große Ausnahme auf dem flachen Land. In der Regel wird einfach mal drauf los gebaut. Und so ist Rat und Tat von Michael Kreitmeir mindestes so gefragt wie die finanzielle Unterstützung bei zahlreichen Kleinprojekten, wie hier dem Bau eines Hindutempels in einem entlegenen Teedorf.
Reich an Ministern ist Sri Lanka, hat sogar einen für Gewürze. Und der ist froh, dass ihm der Farmer aus Deutschland erklärt, warum das mit der Vanille nur etwas mit liebevoller Handarbeit wird. Am Ende seines Besuches in der Farm in Dikkapitiya und im Kinderdorf bietet der Minister dem ehemaligen Filmdirektor sogar eine Stelle in seinem Ministerium an, als landwirtschaftlicher Berater.