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Phase 52: Juli bis September 2012

Juli und August sind die Erntemonate für die meisten Gewürze, besonders für Pfeffer. Die Ernte ist zwar gut, die Früchte wegen der anhaltenden Trockenheit jedoch recht klein. Zudem treiben mehr und mehr Diebe ihr Unwesen. In der Farm in Dikkapitiya wird Anfang August in die neuen Dosen verpackt. Pfeffer, weiß und schwarz, Zimt und Nelken, insgesamt fast 20.000 Little Smile Gewürzdosen, sollen in der zweiten Augustwoche auf die lange Reise nach Bayern gehen.
Mit vielen „Ehemaligen“ halten wir Kontakt, nicht immer ist der Lebensweg nach der Zeit im Kinderdorf eine Erfolgsstory. Manchmal scheint sich die traurige Geschichte der Mutter zu wiederholen: Frühe Schwangerschaft, vom Kindesvater verlassen, von der Gesellschaft verstoßen, von Männern immer und immer wieder nur benützt.
Doch auch wenn es noch so schlimm kommt, in Little Smile wartet auch auf die Unglücklichen zumindest immer ein Teller Reis, ein gutes Wort und medizinische Hilfe.
Genau zwei Jahre nach seiner Freilassung besucht Michael Kreitmeir am 23. August mit einer Gruppe von Kindern aus Mahagedara das Gefängnis in Monaragala. Es ist bereits sein fünfter Besuch hier und wird ganz sicher nicht der letzte sein, mit dem Kreitmeir sein Versprechen wahr macht, das er seinen Mitgefangenen gegeben hat: „Ich werde die Zeit hier, die Erfahrungen und euch nie vergessen!“ Nach einem kleinen Programm der Kinder mit Gesang und Tänzen bekommt jeder der Verurteilten einen neuen Sarong in der für Gefangenen vorgeschriebenen Farbe weiß. Samadhi und Sarah helfen ihrem Lokuthatha die Geschenke zu überreichen.
Das Kultur- und Begegnungszentrum „Meth Sewana“ in Pillane bei Galle ist noch nicht offiziell eröffnet und doch schon ist es Ziel vieler Menschen, besonders von buddhistischen Mönchen. Sich besinnen, nachdenken, sich versenken, den Geist der Kultur dieses Landes wieder neu erfahren, schon jetzt wird dies in Little Smile Meth Sewana Wirklichkeit.
Wenn man Vater von so vielen Kindern ist, dann muss man der Hitze trotzen und auch schlechte und immer öfter auch verstopfte Straßen in Kauf nehmen, um die verschiedenen Kinderhäuser regelmäßig zu besuchen. Umso größer ist dann die Freude, wie hier in Monaragala, wenn der Lokuthatha auftaucht.
Es ist geschafft! Bawanis älteste Tochter Dhiviya hat ihre Abschlussprüfungen zum „Advance Level“, die sie als Tamilin mehr als 100 Kilometer von Little Smile entfernt machen konnte, überstanden und darf nach zwei nicht einfachen Jahren in der Fremde, nämlich in Batticaloa an der Ostküste, heimkehren. Stolz wird sie von der Mutter vor dem Konvent, in dem sie untergebracht war, abgeholt.
In Sahana Nivasa in Galle beginnen wir das neue Schuljahr Anfang September mit viel neuem Schwung. So wurden die Gebäude renoviert und mit Renuka Perera konnte eine auch in Englisch qualifizierte Leiterin gewonnen werden. Im Kindergarten und der Vorschule gilt ab sofort auch Englisch als erste Sprache.
Wiedersehen mit alten Bekannten und neuen Gesichtern. Annkathrin Blank nützt auch die kurze Verschnaufpause im deutschen Prüfungsstress und besucht zum sechsten Mal das Kinderdorf. Und auch wenn sich ihre geliebte Wasserschildkröte Emil aus dem Staub gemacht hat, so findet sie im riesigen Garten von Mahagedara schon beim ersten Rundgang einen neuen kriechenden Freund.
Nach Hause kommen, daheim sein in Mahagedara. Dies gilt für die Kinder genauso wie für die deutsche Betreuerin Annkathrin Blank, die hier alle Anka nennen. Es sind lange Tage hier mit viel Verantwortung, man arbeitet nicht, man lebt hier mit und für die Kinder, teilt ihre Sorgen, hilft wo man kann und ist plötzlich hier im Bergurwald daheim. Anka ist die erste deutsche Freiwillige, die das geschafft hat und von allen, Kindern wie Mitarbeiterinnen, anerkannt, zum Teil der großen Little Smile Familie im Kinderdorf Mahagedara geworden ist.
Und das Leben bleibt nicht stehen und aus kleinen Mädchen werden irgendwann „big girls“. Das Einsetzen der ersten Regelblutung wird in Sri Lanka mit einem traditionellen Fest gefeiert. Madushani hat es eigentlich nie eilig und sie war gar nicht scharf darauf, ein Big Girl zu werden mit mehr Verantwortung auch im Kinderdorf. Aber das Leben lässt sich nicht aufhalten und irgendwann Anfang September war es auch für sie so weit.
Begabungen fördern, auch für Kinder außerhalb von Little Smile. Wenn Zuhause Not herrscht und Mangel an Allem, dann ist es selbst für talentierte Kinder sehr schwer, einen Weg zu finden. Und darum unterstützen wir immer wieder auch Kinder außerhalb des Kinderdorfes wie diese kleine Tänzerin, die sich bei einem landesweiten Wettbewerb gegen mehr als 1000 andere Teilnehmer unter die letzten Sechs ins Finale getanzt hat.
Niemals alleine gelassen, wenn man traurig oder gar krank ist!
Tapfer versucht die 12jährige Welli zu lächeln, doch sie hat Angst. Schmerzen plagen sie, ihr Gesicht ist geschwollen. Ein rätselhafter Virus hat sie geschwächt, wie sich später herausstellen wird, schon ihre Nieren befallen. Gut, dass da einer ist, der sie in die Arme nimmt, ihr Mut macht und sie ins Krankenhaus der Provinzhauptstadt bringen wird.
An Namenstag seines ersten Sohnes Michael, dem 29. September, wird Shiran Silva, Manager der Little Smile Farmen, zum zweiten Mal Vater. Schon einen Tag später kommt er mit seiner Familie in das Kinderdorf. Er möchte von Michael Kreitmeir für den Neugeborenen den Segen des Familienoberhauptes.