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Phase 57: Oktober bis Dezember 2013

Wer das Kinderdorf Mahagedara überraschend besucht, noch dazu am Abend, wie diese katholischen Schwestern aus Colombo, der sollte besser eine Taschenlampe mitbringen. Stromausfälle sind in den Bergen an der Tages- bzw. Nachtordnung. Und wer nicht sieht wo er hin tritt, wie diese junge Schwester, der kann froh sein, wenn er sich nur eine Fleischwunde zuzieht. Nach der medizinischen Behandlung durch Michael Kreitmeir können dann alle wieder lachen.
Die Achtjährige Darshani ist seit ihrer Geburt schwer behindert, das Mädchen kann sich nicht fortbewegen, nicht einmal kriechen, kann nicht reden und auch nicht alleine essen. Ihre einzige Freude ist es, auf den alten Fernseher zu blicken, den die mittellose Familie geschenkt bekam. Das freilich bereitet ihr zusehends Mühe, weil sie auch nicht selbstständig sitzen kann. Schwerstbehindert zu sein in einem Entwicklungsland bedeutet meist großes Elend. Manchmal freilich bedarf es gar nicht so viel, um so ein leidendes Wesen glücklich zu machen, etwa einen Kinderwagen, wo man liegen kann ohne wund zu werden und den man so verstellen kann, dass man ohen Schmerzen Fernsehschauen kann.
Je ärmer, je weniger gebildet eine Region, umso häufiger werden Kinder bereits zu Müttern. Um die Schande von der Familie abzuwenden werden dann nicht selten Daten in Geburtsurkunden geändert, aus einer 14-jährigen wird dann eine Volljährige gemacht. Mit der neuen Rolle sind diese Kindmütter jedoch völlig überfordert, die Spirale von Elend und Gewalt beginnt aufs Neue.
Ein trauriger Moment! Ende Oktober 2013 gab Father Benny (links) den Schlüssel zurück für ein Anwesen, das Little Smile vor fast fünf Jahren den Franziskanern überlassen hatte. Der Orden wollte in den Bergen einen Ort schaffen, an dem junge Menschen für die Liebe am Nächsten und zur Natur begeistert werden. Nach vielen Versuchen musste Benny einsehen, dass die Zeit für die Franziskaner und ihre Mission in Sri Lanka noch nicht gekommen ist. Michael Kreitmeir muss so auch von einem der wenigen wahren Freunde Abschied nehmen, denn Pater Benny wird auf die Philippinen zurückkehren.
In November beginnt die Haupternte für Mangos und Little Smile besitzt einige Hundert alter Bäume in der Steppe bei Buttala. Den Großen macht es viel Arbeit, den Kleinen viel Freude, besonders wenn Marmelade gekocht wird, denn da bleibt viel dran an den Kernen, die dann genüsslich abgelutscht werden.
Chamilla hat sich Zeit gelassen. Das schmächtige Mädchen wollte gar kein „big girl“ werden. Als es dann aber doch so weit war und mit 15 Jahren und drei Monaten die erste Regelblutung kam, war Chamilla besonders happy nun eine Große zu sein. Vielleicht lag es aber auch daran, dass man beim dazugehörigen Fest neue Kleider, Schuhe und den ersten Goldschmuck bekommt.