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8 Monate nach der Tsunamikatastrophe konnte Little Smile in Sri Lanka
vielen Kindern und Opfern der Flutwelle Hoffnung und ein Lächeln schenken.

Standortbestimmung und ein herzliches Dankeschön

Ich konnte mir nicht vorstellen, dass man so viel schaffen kann, wie uns das in den vergangenen 8 Monten gelungen ist. Aber wie heißt es: „Man weiß nie was man kann, bevor man es versucht…“. Und wir mussten es versuchen und wir haben wirklich alles versucht, um das große Leid, die große Not zu lindern, nach Möglichkeit auf Dauer zu helfen. Und das in einem Land, das nach 20 Jahren Bürgerkrieg auch noch Opfer einer Flutkatastrophe geworden ist, die in der Geschichte der Menschen ohne Beispiel ist.
Auf diese Tragödie fanden sehr viele Menschen überall auf der Welt die einzig richtige Antwort: Es folgte eine beispiellose Welle der Mitmenschlichkeit. Unglaublich viel Geld wurde gespendet, gerade auch in Deutschland. Alle wollten wir zusammenstehen und helfen.
Doch so notwendig finanzielle Mittel auch sind, ohne Sachverstand, Kenntnisse des Landes und seiner Kultur sowie der politischen und sozialen Strukturen wird es schwierig mit der so viel zitierten „Hilfe zur Selbsthilfe“. Das mussten auch viele der fast 3000 Organisationen erfahren, die nach dem Tsunami in das kleine Land südlich von Indien gekommen sind. Vor dem 26. Dezember 2004 waren gerade einmal 32 Organisationen beim Sozialministerium Sri Lankas registriert, eine davon die Little Smile Association.
Unser großer Vorteil war, dass ich seit fast 8 Jahren im Land tätig bin, dass wir beim stufenweisen Ausbau des Kinderdorfes Little Smile Koslanda, bei der Unterstützung im Kriegs- und Krisengebiet, sowie von Kinderhäusern an der Ostküste viel Erfahrungen sammeln konnten. Und ich hatte über Jahre die Möglichkeit, die Mitarbeiter herausfinden, auf die auch wirklich Verlass ist. Die beiden Leiter Herr Anton (Tsunamihilfe) und Herr Sheran (Kinderdorf Little Smile), unsere 1. Betreuerin Frau Bawani, Herr Suresh in Galle, Herr Ramesh in Kalmunai und auch mein Sohn Manuel und viele andere sind über sich hinausgewachsen. Keiner hat seit jenem Unglückstag nach Urlaub gefragt.
Es war aber gerade auch Ihre Vertrauen, liebe Freunde, das für uns Verpflichtung war und eine große Chance bot, diesen unglücklichen Menschen zu helfen, Not zu lindern, ein Lächeln zu schenken und auch Dauerhaftes auf den Weg zu bringen.
Was aber wäre gewesen, hätten uns die Helfer in Deutschland im Stich gelassen? Gottlob steht hier ein Konjunktiv, denn das Team um meine Frau Elke Kreitmeir hat in Spitzenzeiten 14 Stunden an Telefon und Computer gearbeitet, eigene Bedürfnisse zurückgestellt, angepackt und so das Fundament für die Hilfe am anderen Ende der Welt geschaffen.
Little Smile, eine Idee, nein mehr als das, eine Vision, hat eine unglaubliche Kraft bewiesen, ohne viel Personal, ohne großen Verwaltungsaufwand und ohne Rückendeckung durch eine Internationale Organisation.

In einer sehr schwierigen Zeit hat Little Smile in Sri Lanka wirkungsvoll geholfen und wird auch weiter Hilfe zur Selbsthilfe leisten. Und das trotz Widerständen, Intrigen von Außen, Anfeindungen und Übergriffen. Zeiten groß angelegter und weitgehend unkontrollierbarer Hilfsaktivitäten sind leider auch immer auch Zeiten, in denen viel Geld in die falschen Kanäle gerät oder wenig sinnvoll in wildem Aktionismus verbraucht wird. Wer da die Wahrheit sagt und das Richtige tut macht sich nicht nur Freunde.
Uns verpflichtet jeder einzelne Euro, denn jeder Euro wurde uns für Kinder in Not anvertraut.
Im September werde ich versuchen, hier in Deutschland für Gespräche, für Ihre Fragen zur Verfügung zu stehen. Wir werden den Little Smile e.V. in Deutschland neu organisieren müssen, damit wir dem Mehr an Verantwortung und Aufgaben auch standhalten können. Ganz ohne Verwaltungskosten werden wir es einfach nicht mehr schaffen können. Ich werde auch Nachdenken müssen, wie es für mich weitergehen kann. Seit der Tsunamikatastrophe hatte ich absolut keine Zeit mehr Filme zu machen und damit für mein Leben und das meiner Familie in Deutschland Geld zu verdienen.
Wie versprochen habe ich bisher nicht einen Cent Gehalt für mich selbst genommen.
Auch hier muss ein Weg gefunden werden. Verantwortung bezieht sich eben auch auf meine Frau und meine beiden Söhne in Deutschland und ewig können wir nicht aus Erspartem leben und zudem alle Verwaltungskosten aus eigener Tasche bezahlen.

Auch in Zukunft, liebe Freunde und Helfer, wird es unser Ziel sein, dass jeder Cent da wirksam wird, wofür er gegeben wurde. Freilich darf dadurch meine Familie hier nicht in Armut geraten. Bescheidenheit ist etwas anderes, daran sind wir längst gewöhnt.
Ich verspreche Ihnen, dass wir in gar keinem Fall mehr als 5 % für Organisation und Verwaltung ausgeben werden, wohlgemerkt, das bezieht sich auf die Zukunft. Bisher habe ich es irgendwie geschafft mit Verzicht und Erspartem. Versprechen darf man nicht brechen denn Vertrauen ist der Anfang von ALLEM und die einzige Basis, auf der sich wirklich Großes aufbauen lässt.

Ihr
Michael Kreitmeir