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Phase 30 Oktober bis Dezember 2006

Im Oktober beginnt in weiten Teilen Sri Lankas die Regenzeit. Auch in den Bergen um Koslanda regnet es immer heftiger. So schön die Sinnflut von Oben für den nur drei Kilometer vom Kinderdorf entfernten Diyalumawasserfall ist, so notwendig das Land auch Regen braucht, zuviel von diesem Segen ist auch nicht gut. Überschwemmungen und in den Bergen zahlreiche Erdrutsche sind die Folge. Viele der Bauarbeiten von Little Smile müssen unterbrochen werden.
Regen, Regen, Regen! Werden die Dämme in Buttala halten? Die drei neuen Stauseen, die das 20 Hektar große Gelände in der langen Trockenzeit mit Wasser für die Obstplantagen versorgen soll, stehen vor einer Ersten und nicht einfachen Bewährungsprobe. Seit mindestens 10 Jahren hat es nicht mehr so viel und so heftig geregnet.
Ungeachtet aller Bauprojekte und Hilfsmassnahmen im Osten und Süden, das Leben im Kinderdorf geht weiter. Gerade Kinder, die neu in Little Smile sind, erfordern viel Aufmerksamkeit, Geduld und Liebe. Dilshini hat in den ersten 5 Jahren ihres Lebens von all dem nichts abbekommen. Langsam fasst das Mädchen Vertrauen beginnt sich durch Bilder mitzuteilen. Diese Zeichnungen sind häufig Botschaften von Gewalt und Angst, sind Hilferufe.
Auch Sarah gehört zu den Kindern, die im letzten Quartal 2006 ins Kinderdorf gebracht werden, nachdem nach dem Vater auch die Mutter gestorben ist. Doch anders als Dilshini hat Sarah keine Angst, geht auf die neuen Geschwister und Betreuerinnen zu und nützt jede Chance dem großen weißen Papa nahe zu sein.
Die Regenzeit bringt auch zahlreiche Erkältungskrankheiten und Viren. Daher kann der Morgensport ganz sicher nicht schaden, zumal die sieben großen Mädls aus der 11. Klasse Ende des Jahres ihre Abschlussprüfung schreiben werden. Sudarma, unsere beste Sportlerin, ist so was wie unsere allmorgentliche Vorturnerin.
Einkaufen in der Provinz ist für eine “normale” Familie schon schwierig, da es vieles hier einfach nicht gibt. Für fast 100 Menschen alles zu besorgen wird da zur hohen Kunst. In einer Fabrik nahe Colombo haben wir gerade Schulschuhe besorgt, im Januar beginnt das neue Schuljahr.
Mehr und mehr von der Kleidung, die wir im Kinderdorf brauchen, stellen wir in unserer Nähschule selber her. Auf diese Weise haben wir nicht nur Qualität und Preis unter Kontrolle, die Kinder können selbst bei Gestaltung und Herstellung vieler ihrer Kleidungsstücke mitwirken. Und so zeigen diese Mädls aus unserem Moon-Light-Haus stolz ihre neuen Nachthemden, made in Little Smile.
In Sri Lanka wächst eine Generation heran, die auf die Kleinbauern herunterschaut. Später nur ja nicht in der Landwirtschaft arbeiten! Und so liegen viele Anbauflächen brach, das Land muss Reis und Kokosnüsse bereits einführen. Das, das Züchten, Pflanzen, Hegen und Pflegen sogar Freude machen kann, dass Erfolg bei der Ernte auch ohne Einsatz von Gift möglich ist, all das versucht Bawani den Kindern von Little Smile vorzumachen. Mit großer Begeisterung leitet sie den Bereich Landwirtschaft im Kinderdorf.
Immer öfter besuchen auch buddhistische Mönche das Kinderdorf oder andere Projekte von Little Smile, wollen mit Michael Kreitmeir reden, diskutieren und mit eigenen Augen sehen, dass ein Miteinander möglich ist, obwohl im Moment dem Krieg das Wort geredet wird. Ausgleich und Verständigung anstelle von Konfrontation. Gerade der Buddhismus lehrt ja Toleranz und Achtung gegenüber anderen Weltanschauungen und Religionen.
Ohne Kontrolle, ohne genaue Abrechnung und Planung kann keine Organisation bestehen, schon gar nicht, wenn sie wie Little Smile Verantwortung für so viele Projekte und so viele Menschen trägt und von der Hilfe Anderer abhängig ist. Das verwaltungstechnische Herz von Little Smile Sri Lanka schlägt im Hauptbüro im Kinderdorf und Suramiya und Anton tragen da eine nicht einfache Verantwortung. Drei Sprachen, Englisch, Singhalesisch, Tamilisch, drei Schriften, viele Firmen und Geschäfte, die nicht einmal Rechnungen ausstellen, viele Arbeiter die nicht schreiben können… Und trotzdem: Mehr als 35.000 Rechnungen müssen in diesem Jahr geprüft und abgerechnet werden.
Ein Container aus Füssen, u.a. mit einer kompletten Arztpraxis und ein Container von Apotheker ohne Grenzen erreichen das Kinderdorf. Dank an alle, die geholfen haben, besonders an Uli Pickl und die Firma Schmidt Logistik, die den Transport bis Colombo kostenlos übernommen hat.
Nichts ist einfach hier. Selbst wenn man sich einen Architekten und einen Bauunternehmer “leistet”, wie für die Internationale Schule, selbst wenn man mit Anwälten Verträge macht, ist man vor Schwierigkeiten nicht sicher, ganz im Gegenteil. Im September müssen wir nach mehreren Enttäuschungen und Vertragsbrüchen Architekt wie Bauunternehmer entlassen und die Planungs- und Bauleitung auch dieses Gebäudekomplexes in Eigenregie übernehmen.
Alle diesen Problemen und der besonders heftigen Regenzeit zum Trotz, wir sind zuversichtlich, dass wir die Little Smile Schule im April 2007 einweihen können.
Miteinander und nicht übereinander reden, Brücken schlagen! Michael Kreitmeir lädt Vertreter aller gesellschaftlichen Gruppen ins Kinderdorf ein. Besonders beliebt als Ort der Begegnung ist die traditionelle Unterrichtshalle im Kandystil, ein Außengebäude der Little Smile Schule.
Die indischen Tamilen in den Teeplantagen gehören zu der ärmsten Menschen in Sri Lanka. Für die Verantwortlichen von Little Smile sind sie keine Menschen zweiter Klasse, durch Little Smile bekommen sie Rat und Hilfe.
Die Rotarier aus Füssen und Reute aber auch aus Oberstorf und anderen bayerischen Städten helfen bei der Einrichtung der Schule. Der Partnerverein in Sri Lanka kommt aus Bandarawella. Und so wird Michael Kreitmeir immer wieder zu den Treffen dort eingeladen, um den Fortschritt der Arbeiten zu erklären.
Völlig überraschend stirbt Herr Ganeshvalingam, der frühere Buergermeister von Colombo und einer der einflussreichsten Männer des Landes Anfang Dezember. Mit ihm verliert Little Smile einen Förderer und Michael Kreitmeir einen kompetenten und aufrichtigen Gesprächspartner.
Der Bau von Strassen, Brunnen, Stützmauern und Abwasserleitungen. Ob in Galle, in Pilane, in Kalmunai, Buttala, Dikkapitia oder rund um Koslanda. 2006 mussten vor allen Dingen viele Infrastrukturmaßnahmen für Sozialprojekte durchgeführt werden.
Ob ein Wohnhaus für ein besonders armes buddhistisches Kloster, in dem viele Waisenjungen leben, ob Kindergärten, Schulen, Häuser für Witwen oder für Tsunamiopfer. Mehr als 20 Bauprojekte konnten im Jahr 2006 abgeschlossen werden.
Diese zusätzlichen Anstrengungen und Aufgaben brachten das Little Smile Team manchmal an die Grenzen der Belastbarkeit.
Die Projekte in Galle und an der Südküste koordiniert Herr Suresh Asanka. Das Größte ist das Ausbildungszentrum in Pilane, 6 Kilometer von Galle entfernt. Hier entstehen ein Wohnheim sowie Lern- und Trainingseinrichtungen für 7 verschiedene Ausbildungswege.
Haus der Geborgenheit, “Sahana Nivasa”. Im Herzen von Galle entsteht ein Ort, wo heranwachsende Mädchen in Sicherheit leben, lachen und lernen können. Auch wenn es nicht einfach ist, all diese teilweise sehr großen Gebäude zu realisieren, dank der Hilfe aus Deutschland entstehen durch Little Smile derzeit zahlreiche Orte, in denen dauerhaft und nachhaltig geholfen werden kann. Und so waren die Leiden durch den Tsunami doch nicht ganz umsonst, hat diese Katastrophe doch viele Menschen, gerade in Deutschland, dazu gebracht, in Sri Lanka zu helfen.
Und das Leben geht weiter und am 24. Dezember ist Heilig Abend, auch im Kinderdorf Little Smile. Und so wird seit Anfang Dezember fleißig für die gemeinsame Weihnachtsfeier geübt.