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Phase 41: Juli bis Dezember 2009

In Sahana Nivasa, dem Haus der Geborgenheit in Galle beginnt Anfang Juli für mehr als 100 Schüler der Unterricht. Innerhalb kurzer Zeit verdoppelt sich die Zahl der Kinder und Jugendlichen aus ärmsten Verhältnissen, die hier eine Chance bekommen zu lernen.
Ständig gibt es etwas zu richten, wenigstens alle 3 Jahre ist in den Tropen eine Renovierung notwendig. Fast einen Monat dauert es, bis das im Jahr 2005 fertig gestellte Moonlighthaus wieder in altem, vielmehr neuem Glanz erstrahlt, Grund zur Freude beim Wiedereinzug für die Moonlightgirls und Lokuthatha.
Wie seit 10 Jahren so verbringt Manuel Kreitmeir auch diese Sommerferien in seiner zweiten Heimat, dem Kinderdorf Little Smile Mahagedara. Auch die neuen „Geschwister“ schließen den großen weißen Bruder schnell ins Herz. Und wie immer vergeht die Zeit viel zu schnell. Ende August heißt es dann schon wieder Abschied nehmen auch für Malscha.
Schwerverletzt finden Kinder aus Little Smile dieses kleine Affenbaby und bringen es ins Kinderdorf. Mit viel Geduld und Liebe reinigen Luxmi und Shrima die Wunden und versuchen, das hilflose Wesen aufzupäppeln bis es wieder in die Freiheit entlassen werden kann.
Mehr als ein Jahr nach der Eröffnung ist das Schul- und Weiterbildungszentrum im Kinderdorf fast noch schöner als am ersten Tag. Wie schwer es ist, dieses riesige Gebäude gegen ein Heer von Streifenhörnchen, Fledermäusen, Ameisen und Termiten zu verteidigen, davon kann man sich in Deutschland kaum eine Vorstellung machen.
Nikolaus Wittmann aus Beilngries im Altmühltal bringt einen Monat lang seine handwerklichen und technischen Fähigkeiten im Kinderdorf ein und findet nicht nur im kleinen Robinson einen Freund.
Nicht nur im Ayurvedazentrum in Buttala wird jeden Morgen meditiert. Den Tag mit buddhistischen Gedanken in Ruhe beginnen, in allen Projekten von Little Smile ist dies mehr als nur ein schöner Brauch. Gemeinsam wird so Kraft getankt für die vielen täglichen Herausforderungen.
Ob Sita, Malscha, Ravi oder Maduschika, wenn Lokuthatha die Kleinen im Wisdom-Haus besucht, ist die Freude groß, auf beiden Seiten. Hier kann Michael Kreitmeir für einen Moment abschalten und einfach nur der große weiße Papa sein.
Ein letzter Blick zurück und dann verlässt Dammika nach mehr als 6 Jahren Little Smile. Ihre Mutter ist plötzlich aufgetaucht und fordert das Mädchen zurück. Es tut sehr weh, wenn Kinder vor der Zeit das Kinderdorf verlassen. Mnahmal tauchen nach Jahren Verwandte auf und erheben Anspruch auf die nun nützlichen „Arbeitskräfte“. Nicht immer gelingt es, die Kinder dann vor der Ausbeutung durch die eigenen Verwandten zu schützen, da vor Gericht nur selten die Interessen der Kinder im Vordergrund stehen.
Das Versorgungsgebäude für das Krankenhaus in Kalmunai nähert sich der Fertigstellung. Lange hat es gedauert, fast 5 Jahre, dafür aber wurde sehr sorgfältig gebaut und jeder Cent dreimal umgedreht. Qualität und der gewissenhafte Umgang mit Spendengeldern hat bei Little Smile absoluten Vorrang.
Auch nach dem Ende des Bürgerkrieges gibt es, besonders im Norden und Osten Sri Lankas, große Not. Seit Jahrzehnten helfen dort die Schwestern des Carmel Convents. Doch der Orden ist arm, von den Tsunamimillionen haben die Schwestern nichts für ihre wertvolle Arbeit abbekommen. Little Smile entschließt sich, für den Orden eine Schule an der Ostküste zu bauen. Am 29. September, seinem Namenstag, legt Michael Kreitmeir mit der Rektorin Schwester Lucretia den ersten Stein.
So viel wird vom Dialog der Religionen und Kulturen geredet, in Little Smile findet er ganz einfach statt. Hier begegnet Pater Christoph vom Orden der Franziskaner aus Vierzehnheiligen dem Hindupriester von Koslanda. Über Kultur- Glaubens- und Sprachbarrieren hinweg, die beiden Priester können sich auf Anhieb gut leiden.
Im Oktober wird Asha volljährig. 9 Jahre ist es her dass sie und ihr Bruder Kasun ins Kinderdorf gekommen sind. Beide sind auch nach der Schule hier geblieben. Asha lernt Erzieherin und kümmert sich um die Jungs zwischen 8 und 13 Jahren im Honest-Haus. Kasun ist als Vorarbeiter für gut 20 Arbeiter verantwortlich. Beide zeigen, dass die Liebe, die Little Smile schenkt, manchmal auch zurück kommt.
Einer der traurigsten Momente des Jahres: Saradha und zwei ihrer Schwestern nehmen Abschied von ihrem Bruder Sivakumar, der am 28. Oktober von Polizisten todgeprügelt wurde. Hunderte hatten zugeschaut, Niemand geholfen. Zufällig hatte eine am Strand installierte Kamera das Geschehen aufgezeichnet, am Abend wurde das grausame Morden in den Hauptnachrichten gezeigt. Es ging ein Aufschrei des Entsetzens durch das Land, Menschenrechtsorganisationen demonstrierten und die Mörder wurden nur versetzt. Mit Shivakumar starb an diesem 28. November nicht nur Saradhas Bruder sondern auch die Hoffnung auf Gerechtigkeit. 4 Tage später, am 1. November, fand Shivakumar seine letzte Ruhe neben dem Grab seiner Mutter.