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Phase 34: Oktober bis Dezember 2007

Michael Kreitmeir kommt nach Deutschland um Abschied zu nehmen von seiner schwerkranken Mutter. Auch sein Sohn Manuel sagt der Oma, wie alle 15 Enkel ein „Auf Wiedersehen in einer anderen Welt“. Am 5. Oktober stirbt Maria Kreitmeir, Mitbegründerin von Little Smile.
Wie von Maria Kreitmeir gewünscht wird ein Teil ihrer Asche bei dem Marienmarterl im Kinderdorf seine letzte Ruhe finden. Da die meisten der Kinder und Angestellten in Little Smile Buddhisten sind wird „OMA“ in einer buddhistischen Zeremonie im Kinderdorf willkommen geheißen.
Vor Beginn der Regenzeit brennen viele der letzten Wälder auf rund um das Kinderdorf. Es ist noch ein langer Weg den Menschen in Sri Lanka die Zusammenhänge zwischen Naturzerstörung und ihrem und besonders dem Leben ihrer Kinder klar zu machen.
Die letzten freien Riesen sind akut bedroht, ihr Lebensraum wird abgeholzt, muss Zuckerplantagen und Feldern weichen, wird von Menschen mehr und mehr zerstückelt.
Durch die Dschungelgebiete von Little Smile haben die wilden Elefanten einen letzten Korridor, der die noch nicht besiedelten Gebiete miteinander verbindet.
Das Bild zeigt einen Elefanten nahe dem Meditationstempel in „Heavens Door“. Im Hintergrund sieht man die fast fertige Internationale Schule des Kinderdorfes.
Für Juliane Schmid schlägt im November die Stunde des Abschieds vom Kinderdorf und auch von der kleinen Madushika, die sie ins Herz geschlossen hat. Vieles von dem, was sie hier gelernt und erlebt hat wird sie mitnehmen, zurück in ihr altes Leben, das jetzt anders sein wird, weil sie sich durch die Erfahrungen hier verändert hat.
Nach der gemeinsamen Morgenmeditation, wenn die Großen in die Schule gehen, gibt’s für die Kleinen einen guten Grund schnell zu ihrem Lokuthatha zu laufen. Dann wartet vor dem Kindergartenunterricht eine Sonderration Milchtee – und der schmeckt!
Ein bisschen zu früh kommt in diesem Jahr das Little Smile Christkind. Den Zuwachs verdanken wir unserem zweiten Manager Shiran und seiner Frau Padmini. Die ganze Little Smile Familie gratuliert den stolzen Eltern und Geschwistern zu dem gesunden Jungen.
Stellvertretend für die zahlreichen Baustellen, auch die Säuglingsstation in Buttala macht Fortschritte. 2008 sollen zahlreiche Eröffnungen stattfinden, etwas die der Int. Schule in Koslanda, eines Bubenhauses, eines Lebens- und Ausbildungszentrums in Galle, eines neuen Mädchenhauses an der Ostküste, des Krankenhauses in Kalmunai und eben auch der Ausbildungs- und Behandlungsstation für Schwangere und Säuglinge in Buttala.
Mit Beginn der Regenzeit im November werden die Anstrengungen im Bereich der organischen Landwirtschaft noch einmal intensiviert. Besonders in Buttala, wo Obst und in Dikkapitia, wo Gewürze angebaut werden, wird nur viel gepflanzt. Um 40.000 Zimtbüsche an diesem 4 Hektar großen Hang in Dikkapitia zu pflanzen, müssen viele hundert Meter lange Steinmauern aufgeschlichtet werden, um Erosion zu verhindern.
Nicht nur in der Schreinerei des Kinderdorfes, hier die Lakierstation, wird fieberhaft gearbeitet. All die Häuser brauchen Fenster, Türen und vor allen Dingen viele Möbel, All das wird in der Kinderdorfeigenen Schreinerei hergestellt. Alleine für die Int. Schule sind es knapp 1000 Einzelmöbel, die, gerade auch dank der finanziellen Hilfe der Rotarier aus Füsssen und Reuthe gebaut werden.
Lange bleiben die Plätze von Nishante, Teena, Nilanti und Piumi, die nach Abschluss der Schule das Kinderdorf verlassen, nicht frei. Viele Kinder, wie die 10jährige Krishnevanti brauchen einen Ort der Zuflucht, einen Ort, an dem sie leben und lernen können, angenommen, beschützt und geliebt werden. Im Jahr 2007 finden alleine im Kinderdorf in Koslanda 11 neue Kinder zwischen einem und zehn Jahren eine Zuhause. Ihnen stehen 6 Abgänge gegenüber.
Auch wenn Little Smile eine Kinderhilfsorganisation ist, so gibt es doch immer wieder auch Notfälle, wo man Hilfe einfach nicht versagen darf. Gerade in entlegenen Gebieten hausen alte Menschen oft unter unvorstellbarer Not. Medizinische Betreuung aber auch die Grundversorgung mit etwas Reis und Gemüse. Gerade auch die älteren Kinder von Little Smile lernen so aktive Sozialarbeit.
Im Dezember regnet es in den Bergen und so ist Pflanzzeit. Für die Menschen in Deutschland ist es schwer vorstellbar, wie mühsam hier den Berghängen Anbauflächen abgerungen werden müssen. Mächtige Steingräben und Mauern verhindern etwa die Erosion.
Gerade wenn Kindern von Menschen Schlimmes angetan wurde, wenn das Urvertrauen zerstört und das Lächeln verloren scheint, können Tiere zu Freunden werden, durch die langsam wieder Vertrauen aufgebaut werden kann. Die 12jährige Biola ist ganz verrückt nach den beiden Schäferhundwelpen Rocky und Ross.
Jedes der sieben Kinderhäuser hatte seinen eigenen Christbaum geschmückt und veranstaltete seine eigene kleine Weihnachtsfeier. Und so wurde das Geschehen im Stall von Bethlehem gleich sieben Mal im Kinderdorf nachgespielt, hier Maria und Josef mit zwei Engeln aus dem Moon-Light-Haus.
Nur die Liebe bleibt!
Tamil Maler fand 2007 Zuflucht im Kinderdorf und wollte hier vom ersten Moment an nicht mehr weg. Sie hält bei unserer Feier am Heiligen Abend das Licht, Symbol für Hoffnung und Liebe. Das vierjährige Mädchen hat die Dame mit den weißen Haaren auf dem Foto nie gekannt und sie wird Maria Kreitmeir auch nie kennen lernen. Und doch lebt die Liebe, die die „Little Smile Oma“ hinterlassen hat auch in dem kleinen tamilischen Mädchen weiter.