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Phase 55: April bis Juni 2013

Die ersten Tage sind die schwersten, alles aber wirklich alles ist so neu. Und weil Chamilla und Grace sich noch gut dran erinnern können, wie sie sich die ersten Tage und Wochen in Little Smile gefühlt haben, helfen sie den Neuen, die Anfang April ins Kinderdorf kommen, sich hier einzugewöhnen.
Immer zum singhalesischen Neujahr gibt es Mitte April zwei Wochen Schulferien. Und wenn man schon einen eigenen Bus hat, dann sollte man den
Erstens in Kataragama segnen lassen und
Zweitens einen gemeinsamen Ausflug machen.
Und so ging der erste Trip mit dem Little Smile Bus zu diesem buddhistischen und hinduistischen Wallfahrtsort im Süden Sri Lankas. Dort wartete bereits der ehemalige Little Smile Junge Sameera auf die Gruppe.
Sameera ist mit seinen drei Schwestern im Kinderdorf aufgewachsen. Seit drei Jahren lebt und arbeitet er in Kataragama. Und so ist es für ihn ganz selbstverständlich, den Little Smile Geschwistern seine neue Heimat zu zeigen. Nur schwer vorstellbar, dass Sameera nicht viel älter war, als er nach Little Smile kam, wie Buddika und Rogith, auf die er beim Bad im Fluss aufpasst.
Little Smile betreut eine Reihe von Kinderheimen, etwa das in der Steppe bei Monaragala. So oft wie nur möglich schaut Michael Kreitmeir auch bei diesen Kindern vorbei. Und jedes Mal gibt es ein großes Hallo, wenn der Lokuthatha da ist. Gleichzeitig ist das aber auch die Möglichkeit für die Kinder, um ihre Sorgen los zu werden und Probleme anzusprechen.
Ein ganz besonderes Geschenk bekommt Michael Kreitmeir zu Ostern und zwar einen kleinen Schäferhund aus der Farm in Dikkapitiya. Eigentlich, so der Leiter von Little Smile, habe er ja nicht genug Zeit, um sich richtig um dieses Tier kümmern zu können, dann aber erliegt er dem Charme des silbergrauen Welpen, dem er den Namen Hektor gibt.
Anfang Mai schlägt für Anita (links) die Stunde des vorübergehenden Abschieds. Da in der entlegenen Bergregion von Koslanda für gute tamilische Schüler die Chancen auf einen Abschluss des A-Level aufgrund des Mangels and qualifizierten Lehrern schlecht sind, wird Anita zum Lernen für zwei Jahre an die Ostküste gehen. Begleitet wird Anita auf dieser Reise in eine neue Welt von Dhiviya, die dort bereits gelernt und ins Kinderdorf zurückgekehrt ist. Für Anita ist es ein schwerer Weg nach elf Jahren im Kinderdorf und schon kurz nach dieser Pause an einem See werden die Tränen fließen.
Mitte Mai findet das erste Sportfest des Maria Theresia Collage in Kalmunai statt. Stolz präsentiert Sister Lucrece die Internationale Schule 18 Monate nach der Eröffnung und das nicht nur im sportlichen Bereich. Hier Sister Lucrece bei einer der zahlreichen Preisverleihungen.
Michael Kreitmeir hat die Zeit, die er unschuldig im Gefängnis von Monaragala eingesperrt war, nie vergessen. Und er denkt auch noch an seine ehemaligen Mitgefangenen und besucht sie regelmäßig. Fast drei Jahre ist es her, dass sie mit elf anderen eine kleine Zelle geteilt haben. Wie viel ist in dieser Zeit für Michael Kreitmeir passiert, wie viel konnte er tun, während für Ranjith jeder Tag hinter Gittern gleich ist, außer Mister Mikel kommt zu Besuch.
Es genügt nicht, die ehemaligen Mitgefangenen zu besuchen. Michael Kreitmeir will auch etwas für sie tun, etwas, das wirklich Sinn macht wie eine Ausbildung, um den Wiedereinstieg ins Leben nach dem Eingesperrtsein zu erleichtern. Und darum wird Little Smile im Gefängnis von Monaragala ein Trainingszentrum bauen.