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Bilder des Monats

Juli 2015

Im Juli, wenn die Durchschnitttemperatur immer über 30 Grad liegt, wird der Heimweg von der Schule für die tamilischen Kinder recht beschwerlich. Schulbusse gibt es nur theoretisch, also müssen sie laufen, fünf lange Kilometer der staubigen Straße folgend und das nach sieben Stunden Unterricht in einer Schule, in der es aus der Wasserleitung in der Trockenzeit nicht einmal mehr tropft. Kein Wunder also, dass der Sprung in den natürlichen Pool im Kinderdorf für die Kinder nach der Schule einfach das Größte ist. Und wenn es dank eines Gewitters am Abend vorher auch noch Blüten geregnet hat, ist das Blumenbad vollkommen. 

Juni 2015

Es grenzt an ein kleines Wunder, dass zahlreiche T-Shirts fast 10 Jahre in einem Schrank überdauert haben, ohne von Ameisen oder sonstigen Insekten zerstört worden zu sein. Etwa ein Jahr nach der Tsunamikatastrophe hatte die Firma Bosch-Siemens Hausgeräte aus München neben der großartigen Tsunami-Wiederaufbauhilfe auch diese Kleidungsstücke geschickt. Nach und nach wurden sie verteilt, 150 aber dann ganz einfach in einem Winkel vergessen. Im Juni wiederentdeckt wurden sie an die Kinder als Nachthemden verteilt. Stolz präsentieren einige der Mädchen von Mahagedara ihre neuen Schlafanzüge.

Mai 2015

Ein Jahr und damit ein drittel ihres Lebens sind Sudu und Sandu erst in Mahagedara und doch sind sie nicht mehr von hier wegzudenken. Gut, dass uns die Tante Lenka aus Füssen im Osterpacket zwei Engel mitgeschickt hat, auch eineiige Zwillinge wie es scheint. Denn wer seinen Engel immer dabei hat, der braucht selber schließlich keiner sein, selbst wenn er wie einer aussieht. Letztlich wären uns Engel auch viel zu brav und würden zum Rest der Truppe gar nicht passen. Schön, dass ihr da seid, danke für eure Streiche, euer Lachen, euer Staunen, für jeden Moment mit euch!

April 2015

2004, was war da noch mal in Little Smile, in Sri Lanka? Wir haben das Moonlight Haus gebaut und einen neuen Sportplatz, es gab kaum Autos in Sri Lanka, der Bürgerkrieg teilte das Land und die Behörden ließen uns noch in Ruhe arbeiten, die Tsunamimillionen hatten noch nicht Neid und Zwietracht sowie Misstrauen und Gier gesät. Ja und einige der Kinder, die seit dem Beginn 1999 im Kinderdorf lebten, konnten zurückgehen zu ihren Familien, wie Namal. 11 Jahre später besuchte er als junger Mann, Absolvent der Universität, den Ort, wo er als Junge 5 Jahre gelebt hat. „Ohne Little Smile und dem, was ich hier gelernt habe, wäre ich nie so weit gekommen, was ich heute bin verdanke ich Little Smile“, so Namal, dem beim Rundgang durch das Kinderdorf immer wieder Tränen in den Augen stehen. Viel, sehr viel ist in diesen 11 Jahren im Kinderdorf und durch Little Smile in Sri Lanka bewegt worden aber immer noch dreht sich an diesem besonderen Ort in den Bergen Sri Lankas wirklich ALLES darum, Kindern ein Zuhause und eine reelle Chance auf ein gutes Leben, gut für sich und andere, zu schenken. Vor 16 Jahren hielt Michael Kreitmeir Namal auf dem Arm, heute ist es die dreijährige Sudu. Und morgen?

März 2015

Nichts bleibt wie es war! Wie wahr dieser Satz ist merken wir Tag für Tag im Kinderdorf. Aus den Kleinen werden die Großen und eines Tages sagen die „auf Wiedersehen“. Als sich unsere große Krishanti nach mehr als 6 Jahren im Kinderdorf, davon 3 als Auszubildende und zuletzt als heimliche Chefin der Küche Ende März ins Leben draußen verbschiedet hat, da gab es Tränen auf beiden Seiten. Wir sind sicher, dass sie durch das, was sie bei uns gelernt hat, gut gerüstet ist und wünschen ihr zusätzlich von Herzen viel Glück, denn das kann man in jedem Fall gut gebrauchen als junge Tamilin in Sri Lanka.

Februar 2015

Allen Grund stolz zu sein hatte Bawani Mitte Februar. Einmal konnte sie ihr 5jähriges Jubiläum als Erstatzmutter von unseren Jungs auf Hill Top feiern. Derzeit lebt sie dort mit und für 24 Buben zwischen 6 und 17 Jahren. Auf das Ergebnis der Schulabschlussprüfung warten gerade die drei Ältesten. Doch anstatt die viermonatige Wartezeit wie so viele Gleichaltrige einfach zu vergammeln, sammelten Amile, Mikel und Robin erste Erfahrungen in der Arbeitswelt. Bei deren Rückkehr von einem Einsatz als Helfer beim Bau der Schule in Kalmunai ist Bawani froh, ihre Großen wieder in Hill Top zu haben und sie ist freudig überrascht, dass ihre Zwillinge Mikel und Robin nach hervorragenden schulischen Leistungen auch auf dem Bau ihren Mann stehen können

Januar 2015

Es geht aufwärts in Sri Lanka, schreiben die Zeitungen und sagen Wirtschaftsstatistiken. Zwar fahren auch am Kinderdorf mehr Autos vorbei als früher, aber ansonsten merken wir wenig vom Aufschwung, im Gegenteil. Noch nie war die Liste der Kinder, die in Little Smile um Aufnahme baten, länger als zu Beginn des neuen Jahres. Besonders in den bitterarmen Teedörfern können sich mehr und mehr Menschen nicht einmal mehr Gemüse leisten. Nicht selten flüchten die Väter in Alkohol, Mütter gehen als Arbeitskräfte in den Mittleren Osten. Die Kinder bleiben bei den Großeltern, die selber fast nichts haben. Ein weiteres Problem ist die zunehmende Gewalt und sexuelle Übergriffe, denen besonders Mädchen ohne Eltern ausgesetzt sind. Allein in den ersten zwei Wochen von 2015 nahmen wir, nur in Mahagedara, 28 neue Mädchen auf, fast alle von der Minderheit der indischen Bergtamilen. Und die Freude darüber, nun sicher und unbeschwert als Kind leben zu dürfen war nicht nur bei diesen vier jungen Damen groß.

Dezember 2014

Das Kind vom Stall in Betlehem. Bei aller romantischen Verklärung wohl kaum der geeignete Ort für ein Neugeborenes. Warum aber wird im christlichen Glauben der allmächtige Gott als Flüchtling, heimatlos und verfolgt in bitterer Armut geboren? „Was du dem geringsten deiner Brüder getan hast, das hast du mir getan“. Den nicht begreifbaren, nicht fassbaren Gott lieben können, indem man den Nächsten liebt. Wo bekäme Weihnachten einen tieferen Sinn als an einem Ort, an dem verstoßene, vergessene Kinder Heimat, Schutz, Fürsorge und Liebe bekommen? Jedes Kind ist Hoffnung, jedes Kind kann ein Licht werden in der Dunkelheit dieser Welt.

November 2014

Ungewöhnlich starke Regenfälle, ein großer Erdrutsch und viele kleinere, der November 2014 wird uns nicht nur wegen der vielen Opfer der Katastrophe am 29. Oktober in trauriger Erinnerung bleiben. Umso wichtiger war es, am letzten Tag des Monats die erste Kerze am Adventskranz zu entzünden und damit ein Zeichen der Hoffnung zu setzen, Licht, das gerade auch in schweren Tagen leuchtet. Zudem beginnen für 11 unserer Kinder in wenigen Tagen die Schulabschlussprüfungen.

Oktober 2014

Am Morgen des 29. Oktober machte sich Kamadevan wie jeden Werktag auf den Weg zur Tamilenschule, wo er als Hausmeister arbeitet. Es ist neblig und nieselt, die ganze Nacht hat es immer wieder geregnet. Kamadevan macht sich Sorgen, wo er Geld herbekommen soll, um sein Dach abzudichten. Seine Tochter schläft noch, er verabschiedet sich deshalb nicht. Er wird sie nie wiedersehen. Eine Stunde später, genau um 7:45 Uhr  verschwindet Kamadevans Welt, sein Haus und seine Tochter unter einer gigantischen Schlammlawine. Noch am selben Tag trifft Michael Kreitmeir seinen Arbeiter, versucht erst gar nicht, den alten Mann mit Worten zu trösten. Ihn weinen lassen, einfach da sein, die zitternde Hand halten. Auch seine Frau ist vermisst, noch gibt es Hoffnung, vielleicht konnte sich seine Familie ja retten, ist in irgendeinem anderen Lager. Am 1. November dann, Allerheiligen, wird am Abend die Leiche der jungen Frau geborgen. Fast vier Tage nach der Katastrophe gibt es keine Hoffnung mehr, noch Überlebende zu finden. Michael Kreitmeir weiß, wenn all die Katastrophenhelfer, all die Filmteams und die Neugierigen verschwunden sind, dann wird unsere Aufgabe beginnen, dann geht es darum, den Überlebenden Hoffnung und eine neue Perspektive, zu allererst aber ein Dach über dem Kopf zu geben.